Die Aufsteiger im Portrait

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Die Aufsteiger im Portrait
Geschrieben von: Kuse Thomas   

Ein Fanatiker, ein Zehnkämpfer und ein Inder

Trainer Peter Schmitt stellt die Aufsteiger des HC Speyer vor

Aus der RHEINPFALZ vom 7.2.2012 von Manfred Scherer

Nach dem Abstieg und zwei Oberliga-Jahren haben die Herren des HC
Speyer ihr Saisonziel mit der Regionalliga-Rückkehr vorzeitig erreicht (wir
berichteten). Trainer Peter Schmitt äußerte sich im RHEINPFALZ-Gespräch zu
Stärken und Schwächen seiner Spieler.

Torhüter Thorsten Ackermann (12 Einsätze/0 Tore), die Frohnatur, ist ein
Hockeyfanatiker. 37-Jähriger mit riesiger Erfahrung, zuversichtlicher
Ausstrahlung und einem unerschütterlichen positiven Denken. Trug wesentlich
zum Aufstieg bei. Mit dem schönen Erfolg belohnte sich der Kreuznacher „
Hockey-Vorruheständler” für eine solide Torwartleistung.

Frank Flörchinger (1/0), die Nummer zwei im Kasten, ist die Zuverlässigkeit
in Person. Hilfsbereit und trainingsfleißig, unterstützt er die Mannschaft
vorbehaltlos, wann immer er gebraucht wird. Sein Einsatz in Frankenthal
endete mit einem 11:7-Sieg.

Björn Ackermann (1/2) unterstützte die Auswahl beim wichtigen Auswärtsspiel
in Ludwigshafen, erzielte zwei Tore, brachte mit seiner Erfahrung Ruhe ins
Spiel und spielte „als ob er schon immer dabei gewesen wäre”.

Als zentraler Abwehrstratege ist Sebastian Blatt (9/5) einer der
wertvollsten Akteure, die Schaltzentrale schlechthin. Er setzt taktische
Vorgaben hervorragend um, weiß genau, wo bei engen Partien der Hebel
anzusetzen ist. Gewinnt viele Zweikämpfe, schaltet gedankenschnell von
Abwehr auf Angriff um und leitet schnelle Konter ein. Mit fünf Treffern auch
torgefährlich.

Ein fairer und schier unüberwindlicher Verteidiger, ein Spieler wie ihn sich
jeder Trainer wünscht, ist Kapitän Timo Breuer (11/0). Vorbildliche
Einstellung und „ultrazuverlässig”. Konditionell voll auf der Höhe, spielt
regelmäßig ohne Auswechslung durch. Wichtiges, manchmal zu bescheidenes
Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer, das sich als Führungsspieler
noch lautstärker einbringen dürfte.

Der 31-jährige Routinier und zweite Kapitän, Karsten Halling (10/5),
besticht durch sein unauffälliges Auftreten, gepaart mit feiner Technik und
ausgeprägtem Spielverständnis. Auf allen Positionen einsetzbar und aus der
Mannschaft nicht wegzudenken. Geborener Angreifer, betätigt sich zunehmend
als Spielmacher und schaltet sich auch wirkungsvoll in die Defensive ein.
Einsatzbereit und kommunikativ auch außerhalb des Spielfeldes. Dürfte verbal
etwas impulsiver auftreten.

Unkompliziert, trainingsfleißig und uneigennützig ist Dennis Paul (12/4).
Nach krankheits- und verletzungsbedingten Pausen kehrt Schritt für Schritt
das Selbstvertrauen zurück. Kurzeinsätzen folgten zuletzt längere
Spielzeiten, die er zu vier Treffern nutzte. Stark im Angriff, in der
Deckung noch steigerungsfähig.

Nico Röder (11/46), Vollblut-Stürmer mit ausgeprägtem Torinstinkt. Typisch
für ihn, dass er auch aus schier aussichtslosen Positionen trifft. 46
Treffer bei minimalem Trainingsaufwand beweisen seine Torgefährlichkeit.
Coach Schmitt mit einem Augenzwinkern: „Leider habe ich sein Versprechen
immer noch nicht, dass er demnächst an seinem Studienort Mainz einen
Zehnkampf-Trainer aufsucht, um sich konditionell weiterzuentwickeln und in
der Regionalliga die 60-Tore-Marke zu knacken.”

Als „unseren Hallen-Inder” bezeichnet der Coach den leidenschaftlichen
Kämpfer Paul-Philipp Schäfer (12/7), weil er keinem Zweikampf aus dem Wege
geht und bestens in das taktische und kämpferische Konzept passt. In
taktischer Hinsicht verbessert, erzielte er trotz vorrangig defensiver
Aufgaben sieben Tore. Als den Roggisch (knochenharter Handballer) der
Speyerer Mannschaft sieht ihn der Übungsleiter: „Nur noch cleverer”.

Niklas Schmitt (7/1) holt in Eigeninitiative schrittweise seinen
Trainingsrückstand auf. Mit 24 Jahren das größte Talent des Clubs mit
genialen Ideen, das aufgrund seiner Mentalität aber nur selten seine
Fähigkeiten abruft. Zum Durchspielen reicht die Luft noch nicht, schafft
etwa die Hälfte der Spielzeit auf gutem spielerischem Niveau.

Als besten Konterspieler der Liga lobt Schmitt die Handlungsschnelligkeit
des Angreifers Florian Schwerer (12/14), der seinen Leistungszenit bei
Weitem noch nicht erreicht hat. Noch viel Luft nach oben. Sensibler Spieler,
der sich selbstkritisch viele Gedanken macht über seine Leistung und die der
Mannschaft. Äußerst trainingsfleißig, pfeilschnell, ehrgeizig und
zuverlässig.

Die größten Fortschritte sieht Schmitt bei dem 19-jährigen Nachwuchstalent
Felix Ventulett (12/2). Hat an Selbstvertrauen zugelegt, beackert sachlich
und nahezu fehlerlos die rechte Abwehrseite und schaltet sich in die
Offensive ein. Ruhiger Typ, als Stimmungskanone noch ausbaufähig.

Jonas Tischer (2/0) und Tristan Hördemann (1/0) sind Nachwuchsleute, die
Schmitt mit Kurzeinsätzen an die raue Aktiven-Luft heranführen möchte.


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Speyerer Rundschau
Ausgabe: Nr.32
Datum: Dienstag, den 07. Februar 2012

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 10:08 Uhr